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Liebe Besucher,

Schule ist ein Lebensraum, an dem Schüler einen maßgeblichen Anteil haben. Leider werden unsere Schüler aber zu selten danach befragt, was ihnen wichtig ist. Wir haben eine anonyme Umfrage mit freiwilliger Teilnahme unter den Schülern durchgeführt, die unsere Moodle-Seite nutzen.

Insgesamt haben sich 93 Schülerinnen und Schüler an der Umfrage beteiligt. Das sind etwa 10% unserer gesamten Schülerschaft. Da die Nutzung von Moodle mit der Klassenstufe ansteigt, lässt sich annehmen, dass vorrangig Schüler/innen der oberen Klassenstufen (8-10) teilgenommen haben. Wir stellen Ihnen hier die Ergebnisse der Umfrage vor.

In Frage 1 wollten wir wissen, wie viel Zeit täglich mit der Bearbeitung von Schulaufgaben und dem Lernen verbracht werden. Die Antworten hatten einen großen Bereich und vermutlich gab es auch ironische Beiträge. Höchste Antwort: 9 Stunden, niedrigste Antwort 0 Stunden. Beide sind in Zweifel zu ziehen. Der Mittelwert erscheint jedoch plausibel.

Unsere Schüler lernen im Mittel etwa 4 (3,93) Stunden am Tag.

In Frage 2 ging es um die subjektiv empfundene Erreichbarkeit der Lehrer während der Zeit der Schulschließung. Es ist sicherlich schwierig, jeden zufriedenzustellen und die Antworten aus Frage 1 lassen vermuten, dass wenige Schüler die Umfrage ironisch beantwortet haben. Grundsätzlich zeichnet sich aber ein positives Bild.

66% der Schülerinnen und Schüler bewerten die Erreichbarkeit mit gut oder sehr gut.

Zusätzlich baten wir die Schülerinnen und Schüler um Verbesserungsvorschläge. Die Vorschläge umfassten folgende Aussagen:

 

Man muss dabei auch erwähnen, dass nicht alle Schüler zufrieden waren. Kritik gab es unter anderem dafür, dass manche Lehrer zu lange für eine Antwort brauchen.

„Also ich hätte keinen direkten Vorschlag aber ein paar Lehrer antworten mehrere Tage nicht auf meine Mail und wenn ich darin eine Frage gestellt habe, komme ich nicht weiter.“

Dies ist sicherlich etwas, das verbessert werden sollte.

Frage 3 beschäftigte sich mit der Aufgabenversorgung durch die Lehrer. Es galt einzuschätzen, wie gut die Versorgung mit Lernmaterial und Aufgaben empfunden wurde. Hier zeichnet sich ein ähnlich positives Bild ab.

66% der Schülerinnen und Schüler fühlten sich gut oder sehr gut mit Aufgaben versorgt.

Auch hier waren wir an Rückmeldungen und Verbesserungsvorschlägen der Schülerinnen und Schüler interessiert.

Kritik umfasste unter anderem, dass die Aufgabenverteilung und die Aufgabenhäufigkeit der Fächer und Lehrer stark unterschiedlich war.

„Es gab Fächer in denen ich regelmäßig meine Aufgaben bekommen habe und es gab Fächer in denen es extrem unregelmäßig war.“

Auch die Aufgabenschwierigkeit wurde kritisiert:

„Dass [die Lehrer] sich auch eine Vorstellung machen, dass die Aufgaben während der Schulschließung viel schwerer sind und man länger an den Aufgaben sitzt, weil man keine benötigten Grundkenntnisse für ein Thema bekommt und wir auf uns [allein] gestellt sind. „

Viele Schüler sehnen sich jedoch schlicht nach mehr Erklärungen, die sie aus den ’normalen Schulzeiten‘ gewöhnt waren.

Um die Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern zu verbessern, sprechen sich sehr viele Schülerinnen und Schüler für den Videochat aus. Auch Lernvideos stehen bei den Schülern hoch im Kurs.

In Frage 4 wollten wir von den Schülern wissen, ob sie ‚homeschooling oder den Schulunterricht bevorzugen. Das Ergebnis ist selbsterklärend:

Eine solche Grafik sagt jedoch wenig über die Gründe aus. Deshalb interessierten uns Vorteile und Nachteile des Lernens zuhause. Die Antworten waren sehr zahlreich, sodass nur ein Querschnitt dargestellt wird.

 

Viele Antworten haben zwei hauptsächliche Argumente:

Man kann sich seine Zeit zuhause frei einteilen und auch mal ausschlafen, jedoch fehlen die individuelle Betreuung durch die Lehrkraft, die Erklärungen bei Verständnisproblemen und das Lernen mit anderen Schülern.

Darüber hinaus geben die Schülerinnen und Schüler folgendes an:

„Beim Schulunterricht werden Rückfragen umgehend (ohne Wartezeit) beantwortet, beim Homeschooling gibt es eine Wartezeit.“

„Schulstoff wird teilweise zügiger durchgenommen als es im Schulunterricht gemacht werden würde.“

„Nachteile : Mann sitzt länger an den Aufgaben (Auch am Wochenende) weil die zeit unter der Woche nicht reicht somit habe ich weniger freizeit. Mir kann erst abends geholfen werden bei den aufgaben wo ich nicht verstehe weil meine Eltern beide berufstätig sind.“

An fünfter Stelle erfragten wir den subjektiv empfundenen Lernfortschritt der Schüler. Dabei ist natürlich anzumerken, dass es sehr schwer ist, diesen ohne sozialen Vergleich zu messen. Die Ergebnisse sind deshalb mit Vorsicht zu genießen.

Es erscheint ein größerer Teil der Schülerschaft mit dem Lernfortschritt zufrieden, dennoch gibt es auch über ein drittel der Schülerinnen und Schüler, die unzufrieden oder sehr unzufrieden sind. Es fehlt an dieser Stelle jedoch ein Vergleichswert mit ‚regulärem Schulunterricht‘, um die Ergebnisse angemessen werten zu können.

Für die vorletzte Frage sollten die Schülerinnen und Schüler beantworten, wie sie die Unterstützung durch ihre Eltern erleben.

Wir möchten an dieser Stelle betonen, dass uns sehr wohl bewusst ist, wie anstrengend die Situation vor allem für die Eltern ist und dass wir nachvollziehen können, dass niemand dafür ausgebildet ist, den gesamten Fächerkanon einer Schule und ein dutzend Fachlehrer ersetzen zu können. Wir danken den Eltern für ihren oftmals großen Einsatz für die Bildung der Kinder.

Aus den Ergebnissen zeigt sich, dass viele Kinder eine angemessene Unterstützung durch Erwachsene erfahren, jedoch gilt dies bei weitem nicht vor alle Schülerinnen und Schüler. Es ist nicht immer möglich, den Kindern bei ihren Aufgaben zu helfen. Fast 20%, die ohne Hilfe auskommen müssen, ist jedoch eine besorgniserregende Zahl. Es gibt durchaus Menschen, die besser allein lernen. Das gilt sicherlich auch für manche Kinder. Der weitaus größere Teil lernt jedoch besser in einem förderlichen sozialen Umfeld. Auch aus diesem Ergebnis zeigt sich, dass eine erneute Schulöffnung sehr zielführend ist.

Der letzte Teil unserer Umfrage befasst sich mit der technischen Ausrüstung der Schülerinnen und Schüler. Erfolgreiches ‚homeschooling‘ erfordert eine deutlich bessere Ausstattung als normaler Schulunterricht. Um effektiv beschulen zu können, ist es hilfreich, die Ausstattung unserer Schülerschaft einschätzen zu können.

Die Ausstattung unserer Schüler ist durchschnittlich. Weniger als ein Drittel der befragten Schülerinnen und Schüler hat einen eigenen Computer oder Laptop. Dieser ist für das ‚homeschooling‘ aber sehr wichtig. Etwa 10% der Befragten gibt an, keinen Computer zu besitzen. Es dürfte sich als äußerst schwierig erweisen, digitale Aufträge und Lernangebote der Lehrer ohne digitale Geräte zu bearbeiten. Das ist ein großes Problem, denn durch die schlechte Ausstattung haben diese Schüler einen großen Nachteil. Obwohl nicht unmöglich, ist die Bearbeitung von Schulaufgaben mit einem smartphone doch sehr umständlich.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass unsere Schüler durchaus zufrieden sind mit den Angeboten, die wir als Schule stellen. Die Aufgaben und die Betreuung werden größtenteils als positiv bewertet, sodass wir uns gut aufgestellt sehen für weitere Wochen des „online-Unterrichts“. Natürlich darf dies nicht vernachlässigen, dass es auch kritische Stimmen und viele Verbesserungsvorschläge gibt. Es ist wichtig, diese Anreize gewinnbringend für die Zukunft zu nutzen, um die Erfahrungen unserer Schüler weiter zu verbessern.

Trotzdem sollte das über eine Tatsache nicht hinwegtäuschen:

Schule ist eine Institution, die vom menschlichen Miteinander lebt. Der persönliche Kontakt zwischen Lehrern und Schülern und zwischen Schülern untereinander spielt eine enorm wichtige Rolle im Lernprozess. Die Zeit der Schulschließung führte uns das sehr deutlich vor Augen. Das jetzige System kann nicht von unbegrenzter Dauer sein, da der Lernfortschritt der Kinder leidet. Damit ist nicht nur die Wissensvermittlung, sondern auch die soziale Aufgabe von Schule gemeint. Für die Kindesentwicklung sind regelmäßiger Kontakt zu Gleichaltrigen, aber auch zu Autoritätspersonen sehr wichtig. Kinder lernen in der Schule Regeln des Miteinander, die man über E-Mail und Moodle nur sehr schwer vermitteln kann.

Wir werden uns auch in Zukunft aktiv für die Bildung unserer Schüler einsetzen – sei es in der vor Ort oder online. Aber eines gilt mit Sicherheit:

– DB