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Wir leben in einer Demokratie. Das bedeutet, dass die Führung des Landes in regelmäßigen Wahlen durch die Bevölkerung bestätigt wird. Parteien stellen Programme auf und werben für ihre Positionen. Viele lassen sich durch wenige repräsentieren. Menschen lebten über Jahrtausende in feudalen Systemen, in denen sich die herrschenden selbst legitimierten. Diese Legitimation wurde nur selten infrage gestellt, weil Menschen im System aufwuchsen und keine Teilhabe gewöhnt waren. Die Menschen waren nach Kant’scher Auffassung unmündig. In der heutigen Zeit sprechen wir von mündigen Bürgern, die ihr Wahlrecht offen und selbstbestimmt ausüben. Doch die Fähigkeit, sein Wahlrecht bewusst und sinnvoll zu nutzen muss erworben werden. Demokratie ist nicht angeboren, sondern erlernt. Man könnte sagen: “Demokraten fallen nicht vom Himmel.” Die Schule als Institution des Lernens hat damit neben der allgemeinwissenschaftlichen Ausbildung der Schüler auch die Aufgabe, die Demokratischen Grundprinzipien zu vermitteln. Demokratieerziehung ist Aufgabe aller Fächer. So legte es bereits 2009 die Kultusministerkonferenz fest. Aber auch über den Unterricht hinaus sollen Schüler den Lebensraum Schule mitgestalten. An der Schule gibt es Klassensprecher, Stufensprecher, Klassenräte, Gesamtkonferenzen und nicht zuletzt Schülersprecher. Da nicht jede/r Schüler/in für sich selbst sprechen soll oder kann, finden jährlich Wahlen für das Amt der Schülersprecher statt.

Auch im Schuljahr 2020/2021 fanden, Corona zum Trotz, Wahlen für das Amt der Schülersprecher statt. 4 bestens vorbereitete Teams aus je 2 Schülersprechern un 6 Stufensprechern stellten sich und ihre Ziele mit Plakaten vor und bemühten sich um die Stimmen der anderen Schüler/innen. Obwohl es nur ein Siegerteam geben konnte, haben alle 4 gewonnen. Jedes der 4 Teams hat dutzende oder sogar hunderte Wahlstimmen erhalten und gezeigt, dass sie andere für ihre Sache motivieren können. Und so kam es zu einem denkbar knappen Wahlergebnis. Das Team mit der Nummer 4 konnte sich letztlich mit nur 30 Stimmen Vorsprung gegen die anderen 3 Teams durchsetzen. Bei einer Schule mit über 1000 Schülerinnen und Schülern sind das gerade einmal 3% der Stimmen oder ungefähr eine Schulklasse.

Außerdem gewählt wurden die SV- und Vertrauenslehrer.  Frau Siegert und Herr Dübner übernehmen die Ämter von Frau Malz und Herrn Reibel.

Demokraten fallen zwar nicht vom Himmel, aber von der “Schiller” kommen sie. Wir gratulieren Jenny und Jule herzlich zu ihrer Wahl und freuen uns auf zwei engagierte Schülersprecherinnen.