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Und täglich grüßt das Murmeltier. Für Milliarden von Menschen gehört die Mund-Nasen-Schutzmaske mittlerweile zum Alltag. Ob die Maske nun aus Pflichtgefühl, aus Angst vor Strafen, zum persönlichen Schutz oder als Modeaccessiore getragen wird: sie gehört zu unserer neuen Wirklichkeit. Die Masken werden uns auch sehr lange erhalten bleiben und das ist auch richtig, solange die Gefahr der Pandemie nicht gebannt ist.

Natürlich nerven die Masken unglaublich. Man kann schlechter atmen, bei hohen Temperaturen schwitzt man ziemlich und man versteht Gesprächspartner mehr schlecht als recht. Außerdem ist doch sowieso kaum jemand infiziert – die aktuellen Zahlen für Deutschland (Stand 02.10. 8:30 Uhr) sagen: etwa 295000 Infizierte seit Beginn der Pandemie und etwa 25 Tausend aktive Infektionen. Damit waren bisher 0,35% der Einwohner Deutschlands zu irgendeinem Zeitpunkt infiziert und 0,03% sind aktuell infiziert (wenn man annimmt, dass ALLE Infektionen erfasst wurden, was selbstverständlich unmöglich ist). Die naheliegende Schlussfolgerung: Masken sind überflüssig?

Falsch.

Wir durchleben aktuell die größte denkbare Katastrophenschutzübung: fast die ganze Welt macht mit – nahezu alle Staaten der Welt ziehen (mehr oder weniger) an einem Strang. Das Ziel ist es, ein potenziell tödliches Virus in seiner Ausbreitung zu bremsen. Wir brauchen mehr Zeit. Genau das ist der Punkt bei den Masken. Es geht nicht darum, wer infiziert ist und wer nicht, sondern darum, dass möglichst wenige Infizierte hinzukommen, bis das Virus genügend erforscht ist, um ein effektives Gegenmittel herzustellen. Man könnte nun argumentieren, dass der gesellschaftliche und wirtschaftliche Schaden ebenfalls viele Todesopfer fordert. Diese fließen nicht in die offizielle Corona-Statistik ein. Und so stellt sich die Frage: ist es das überhaupt wert oder wären wir besser dran gewesen ohne Lockdown und Maskenpflicht?

Nein.

Wer so argumentiert, blendet das Gesamtbild aus. Hätte die gesamte Welt auf Schutzmaßnahmen verzichtet, wären wir heute in einer ganz anderen und wahrscheinlich schlimmeren Situation. Es geht uns so “gut”, WEIL es frühzeitig Maßnahmen gab. Es war und ist nicht schön, aber vermutlich besser als die Alternative. Wer daran nicht so recht glauben möchte, dem sei das Computerspiel “Plague Inc.” empfohlen. Dort hat ein neues Virus das Ziel, die Menschheit zu vernichten. Je später die Schutzmaßnahmen der virtuellen Menschen einsetzen (d.h. je später das Virus entdeckt wird), desto einfacher erreicht man als Spieler sein Ziel. Menschen, die Masken tragen und sich die Hände waschen? Das ist ziemlich blöd für das Virus. Das Spiel ist ein gutes Beispiel für “gamification of teaching”. Gamification “Spielifizierung” überträgt Spieleinhalte auf andere Bereiche. In diesem Fall auf das Lehren und Lernen.

Wir leben in einer Gesellschaft, die die Natur knechtet und unterwirft – zu ihren Bedingungen: unser Essen (v.A. Fleisch) ist billig, so billig, dass wir gedankenlos viel davon wegwerfen. Der niedrige Preis kommt durch die Massenproduktion. Die hohen Erträge, gerade in der Fleischindustrie, werden “erkauft” durch den Einsatz von Antibiotika und durch die Misshandlung von Tieren. Man kann dazu stehen, wie man möchte, jedoch werden wir die Rechnung irgendwann zahlen. Eine globale Pandemie wird seit jahren vermutet: das Antibiotikum, die Wunderwaffe gegen Infektionen, wird stumpf. Durch natürliche Selektion erschaffen wir sogenannte “Superkeime”, gegen die kaum noch ein Mittel hilft. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis ein Erreger auftaucht, gegen den wir machtlos sind und der sich frei in der Gesellschaft verbreitet. Und gegen einen solchen Erreger kann man dann nur konventionell angehen: mit Abstand, Hygiene und Alltagsmaske. Die Coronapandemie ist schrecklich – sie hat unser aller Leben stark verändert und bereits über eine Million Menschen weltweit das Leben gekostet (Stand 03.10.). Wenn man dem Gedankengang aber folgt, dann erwarten uns in Zukunft weitere Pandemien. Vielleicht sind sie weniger schlimm als Corona, vielleicht sind sie schlimmer als Corona. Einen Vorteil haben wir nun aber: wir wissen, was zu tun ist, wenn der nächste Erreger uns erreicht und unsere Schüler üben täglich, wie sie sich in diesem Fall richtig verhalten.

AHA, Masken sind richtig!

– DB